Modellbildung in den Technikwissenschaften. Eine Einführung in die Wissenschaftstheorie für Ingenieure (Seminar)

Vortragende/r (Mitwirkende/r)
  • Jörg-Wilhelm Wernecke
Umfang2 SWS
SemesterWintersemester 2018/19
UnterrichtsspracheDeutsch
Stellung in StudienplänenSiehe TUMonline

Termine

Teilnahmekriterien

Lernziele

Anhand der Anwendungsfelder und deren wissenschaftstheoretischen Analysen sollen die TeilnehmerInnen mit Grundkonzepten wissenschaftlicher Methoden vertraut gemacht werden. Am Ende der Veranstaltung sollten sie in der Lage sein, wissenschaftsphilosophische Positionen kritisch zu reflektieren, sich einen eigenen Standpunkt zu erarbeiten und diesen in der Diskussion argumentativ zu verteidigen.

Beschreibung

Vom Crashtest in der Automobilindustrie, dem Strömungsverhalten in der Aerodynamik und Hydrodynamik, der Quantenphysik und Biochemie, den Bio- und Medizintechnologien, über die Elektrotechnik, Akustik, dem Bauingenieurswesen, der Klimasimulation bis hin zu Architektur und den Sozialwissenschaften, Modellbildung und Simulation erweisen sich (spätestens) seit der Computerisierung der Natur- und Technikwissenschaften als wichtige Methoden der Erkenntnis- und Wissensgenerierung innerhalb unterschiedlichster aktueller Forschungsfelder. Bei allen wissenschaftlichen Erfolgen von Modellierungen und computergestützten Simulationen stellen sich infolge neue Herausforderungen u.a. hinsichtlich der Identifikation von (sinnvollen) Anwendungsfeldern, der Bestimmung der Möglichkeiten und Grenzen dieser Form einer Wissensgenerierung, deren Geltung und Validierung sowie des Umgangs mit und der Folgen resultierend aus diesen spezifischen Forschungsmethoden. Die Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftstheorie greifen diese Herausforderungen auf, indem sie sich methodisch-systematisch mit diesem Methodeninstrumentarium auseinandersetzen, so etwa mit Fragen wie: Beschreiben wissenschaftliche Modellierungen die Welt so, wie sie „ist“ (und sei es auch „nur“ ausschnittsweise), oder geben sie uns „bloß“ Instrumentarien an die Hand, mit denen wir bestimmte Phänomene der Natur besser beschreiben, bessere Lösungsmöglichkeiten hinsichtlich konkreter Praxisprobleme entwickeln können? Welchen Einfluss haben Forschungsprojekte wie z.B. Klimasimulationen auf gesellschaftliche Prozesse und welche Faktoren gehen in technikwissenschaftliche Modellierung und Simulationen womöglich mit ein. Im Seminar werden auf der Grundlage von konkreten Anwendungsfeldern der Modellbildung und Simulation (case studies) verschiedene wissenschaftsphilosophische und wissenschaftstheoretische Aspekte erarbeitet, zum Beispiel: Was ist eine Bestätigung, was eine Erklärung? Was meinen wir, wenn wir von Modellen, Theorien oder Naturgesetzen sprechen? Wie gesichert ist unser Wissen über die Welt, wenn wir sie modellieren und simulieren? Sind Modelle und Theorien vollständig durch die Erfahrung bestimmt?

Inhaltliche Voraussetzungen

Keine

Lehr- und Lernmethoden

Vortrag, Textlektüre, Präsentation, Gruppenarbeit, schriftliche Ausarbeitung

Studien-, Prüfungsleistung

Referat (ECTS: 2); zusätzlich Essay (ECTS: 3); MA WTPhil ED0277: Referat, Lektüre und Hausarbeit (ECTS: 5)

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